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Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Steuerfrage zu Crowdfinanzierungen

  1. #1
    Junior Member
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    Steuerfrage zu Crowdfinanzierungen

    Ein freundliches Hallo in die Runde,
    ich habe eine Frage zum Finanzieren von Non-Profitaktivitäten durch die Crowd. Es handelt sich zwar nicht um klassisches Crowdfunding, sondern um Crowddonating. Aber da habe ich keine Foren gefunden. Es geht um Folgendes:

    Ich bin Webdesigner (Einzelunternehmer, Freelancer) und mache immer wieder kostenlos Webseiten für soziale oder ökologische Projekte. Mein Gedanke ist, dass ich diesen Bereich ausbaue. Natürlich benötige ich Geld, damit ich das machen kann. Eine interessante Variante wäre, dass ich das Geld über Mikrofinanzierung akquiriere. Was ich nicht weiß, das ist, ob ich das Geld dann versteuern muss, da ich die Geber ja um Spenden/ Geschenke für eine soziale Aktivität ersuche.

    Ein fiktives Szenario könnte so aussehen:
    Eingänge:

    Es gibt eine größere Anzahl von Spendern, die Mikrobeträge spenden. Z. B. 300 Personen, die monatlich einen Euro als Dauerauftrag an mich überweisen. 300 ist eine realistische Zahl, ich arbeite mit Organisationen zusammen, die eine relativ hohe Zahl von Unterstützern haben. Die Spenden gehen auf ein eigenes Konto, jährlich ein Mal veröffentliche ich eine Bilanz über erhaltene Spenden und realisierte Projekte.
    300 x 1€ x 12= 3.600€

    Arbeit (Design):
    Ich verpflichte mich pro Jahr z. B. 5 kleinere/ mittlere Webseiten für soziale Zwecke zu realisieren. Jedes Projekt hätte am Markt ein Auftragsvolumen von ca. 1500 € netto.
    5 x 1.500€ = 7.500€

    Arbeit (PR):
    Ich schreibe in meinem Blog und in sozialen Netzwerken über die Aktivitäten, und akquiriere so neue Spender. Das Schreiben über die "caritativen" Designarbeiten und das Akquirieren von Spendern etc. bringt mir gleichzeitig neue Kunden. Betriebeswirtschaftlich macht das also Sinn.

    Fragen:
    Versteuerung:
    Sind diese Spenden der Unterstützer steuerlich betrachtet eine Betriebseinnahme oder eine Spende/ ein Geschenk? Ich argumentiere bei der Akquise natürlich so dass ich sage, ich benötige Geschenke/ Spenden um eine soziale Arbeit durchführen zu können. Ob das vom Finanzamt auch so gesehen wird, ist aber eine andere Frage. Ich gehe davon aus, dass die Spender auf Spendenbestätigungen keinen Wert legen, die Beträge sind ja nicht so hoch, dass das Sinn macht. Außerdem sind es größtenteils Privatpersonen.

    USt.:
    Falls es Betriebseinnahmen wären, würde dann auch USt. anfallen?

    Buchhaltung:
    Falls es Betriebseinnahmen wären, müßte ich dann jede Spende individuell in die Jahresabrechnung aufnehmen oder gibt es eine Möglichkeit das Ganze als Block zu erfassen? Z. B. indem ich monatlich die Spendensumme auf mein Geschäftskonto überweise.

    Worst Case Szenario:
    Jede Spende muss individuell verbucht werden, es werden 19% USt. fällig und ESt. kommt auch noch drauf. Somit würde ein guter Teil des Geldes an das Finanzamt gehen und der Rest versickert in dem enormen Aufwand, der bei der Buchhaltung entsteht.

    Danke schon mal vorab für Ideen. Ich muss das natürlich mit meinem Steuerberater besprechen. Aber ich würde gerne bevor ich die Idee mit ihm diskutiere, bereits etwas Grundwissen aneignen.
    Raphael

  2. #2
    Wild Card Member
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    81
    Ich bin da kein Experte, aber ich frage mich, warum Du so kompliziert denkst? Das was Du vor hast, ist m.E. ganz klar die Tätigkeit eines gemeinnützigen Vereins. Gründe einen und kassiere Spendengelder oder Mitgliedsbeiträge für deine Arbeiten. Schau Dir z.B. mal das Projekt "Mein Grundeinkommen" (www.mein-grundeinkommen.de) an. Das ist auch ein gemeinnütziger Verein, zur Verlosung von Grundeinkommen (um die Auswirkungen von BGE zu messen), der seine eigene ehrenamtliche Arbeit auch über Spenden finanziert.

  3. #3
    Junior Member
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    Zitat Zitat von AquaVIP Beitrag anzeigen
    Das was Du vor hast, ist m.E. ganz klar die Tätigkeit eines gemeinnützigen Vereins. Gründe einen und kassiere Spendengelder oder Mitgliedsbeiträge für deine Arbeiten.
    Danke für die Antwort. Ich sehe aber mehrere Problem dabei:
    Der Verein erhält z. b. die genannten 3.600 Euro an Spendengeldern. Was bedeutet das?

    1) Buchhaltung muss er wohl machen, d. h. die 3.600 Eingänge über je ein Euro müssen von jemandem gebucht werden. Falls es ein Tool gibt, das die Daten direkt aus dem Kontoauszug in die Buchhaltungssoftware importiert, ist das schnell erledigt. Ansonsten ist es 3.600 mal ein Arbeitsschritt von jeweils 10-30 Sekunden.

    2) Die USt. fällt auch an:
    An Ausgaben hat er verschiedene Positionen: Z. B: Akquise, Webdesign etc. Da müssen die Leute, die in diesen Bereichen arbeiten, Rechnungen für ihre Tätigkeit stellen, sind sie MwSt. pflichtig, gehen direkt 19% ans FA. Und versteuern müssen sie es außerdem.

    Fazit: Das ist genau mein Worst-Case Szenario.

    Die Frage für mich ist, ob dieser Gedanke eine Alternative ist:
    Kleine Geschenke sind steuerfrei. Wenn mir also 3.600 Menschen je einen Euro schenken, könnte das auch steuerfrei sein. Ich müßte es vielleicht nicht mal dem FA melden. Wer meldet schon dem FA, wenn er einen Euro geschenkt erhält? Ich hätte keine Buchhaltungspflicht für diese Geschenke und mache in meiner Freizei soziale Projekte. Wahrscheinlich ist das aber eine naive Sicht der Dinge und geht nicht.

  4. #4
    Wild Card Member
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    Die anerkannte Gemeinnützigkeit gewährt m.W.n. eine Körperschaftssteuerbefreiung bis zu einem Betrag X und darüber hinaus eine steuerbegünstigte Körperschaftssteuer. Man kann auch eine gemeinnützige Gesellschaft (z.B. gGmbH) gründen und auf diese die begünstigte Körperschaftssteuer anwenden lassen. Umsatzsteuer fällt erst so ab Y TEUR Jahresumsatz an. --> Selber schlau machen

    Die Buchführung kann manuell in Excel erfolgen und ist dann auch nur eine Anlage, die auf Anfrage des Finanzamtes mitgeliefert werden muss. In der Regel reicht in der Körperschaftssteuererklärung die Gegenüberstellung der Gesamteinnahmen mit den Gesamtausgaben erstmal aus. Sind die Einnahmen unter der Steuerfreigrenze, dann bleibt es in der Regel bei diesem simplen Formblatt.

    Einstiegslesepunkt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinn%C3%BCtzigkeit

    Disclaimer: Dies ist keine Beratung, denn ich kenne mich in dem Umfeld nicht fachmännisch aus. Konsultiere einen Experten für rechtssichere Beratung ;-)

  5. #5
    Junior Member
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    Hallo AquaVIP, danke für die Anregung.
    Das Problem der Buchhaltung konnte ich bereits mit der Bank und einer passenden Software entschärfen. Das ist also kein Thema mehr.

    Bleibt die gemeinnützige Gesellschaft als Thema. Da ist mein Wissen leider sehr gering, (ich bin Selbständig und mache für das FA nur eine einfache Einnahmen-Ausgabenrechnung) und auf Wikipedia oder anderswo habe ich auch nichts gefunden, was mir weitergeholfen hat. Ich skizziere das Problem mal grob. Ich frage übrigens nicht um das Wiissen dann 1:1 umzusetzen, sondern um in zukünftigen Gesprächen (Steuerberater...) bereits etwas mehr Wissen zu haben als jetzt.

    1) Nehmen wir an, die gemeinnützige Gesellschaft (z. B. gGmbH) sammelt 5000 Euro an Spendengeldern (Fall1) oder 20.000 (Fall 2).

    2) Es müssen für den laufenden Betrieb Rechnungen für Produkte um 1000 Euro bezahlt werden. (Investitionen in Computer oder Software z. B) Bei dem Teil wird es - m.W.n. auch für die gGmbH nichts Besonderes zu beachten geben.

    3) Bleiben 4000 Euro oder 19.000 Euro übrig, für die ich ev. Körperschaftssteuer zahlen müßte, wenn sie nicht entnommen werden. Aber ich will sie ja nicht in fer gGmbH lassen. Wie kriege ich das verbleibende Geld aus der gGmbH raus? Ich sehe folgende Möglichkeiten:
    - Die Mitarbeiter stellen Rechnungen und versteuern sie dann selbst.
    - Ein Mitarbeiter wird als als Minijobber ansgestellt. (möglich im Fall 1)
    - Ein Mitarbeiter wird Vollzeit angestellt. (möglich im Fall 2)

    Hat bei einer dieser drei Möglichkeiten die gGmbH Vorteile gegenüber anderen Lösungen?

    Danke
    Raphael

  6. #6
    Junior Member
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    Hallo AquaVIP, danke für die Anregung.
    Das Problem der Buchhaltung konnte ich bereits mit der Bank und einer passenden Software entschärfen. Das ist also kein Thema mehr.

    Bleibt die gemeinnützige Gesellschaft als Thema. Da ist mein Wissen leider sehr gering, (ich bin Selbständig und mache für das FA nur eine einfache Einnahmen-Ausgabenrechnung) und auf Wikipedia oder anderswo habe ich auch nichts gefunden, was mir weitergeholfen hat. Ich skizziere das Problem mal grob. Ich frage übrigens nicht um das Wiissen dann 1:1 umzusetzen, sondern um in zukünftigen Gesprächen (Steuerberater...) bereits etwas mehr Wissen zu haben als jetzt.

    1) Nehmen wir an, die gemeinnützige Gesellschaft (z. B. gGmbH) sammelt 5000 Euro an Spendengeldern (Fall1) oder 20.000 (Fall 2).

    2) Es müssen für den laufenden Betrieb Rechnungen für Produkte um 1000 Euro bezahlt werden. (Investitionen in Computer oder Software z. B) Bei dem Teil wird es - m.W.n. auch für die gGmbH nichts Besonderes zu beachten geben.

    3) Bleiben 4000 Euro oder 19.000 Euro übrig, für die ich ev. Körperschaftssteuer zahlen müßte, wenn sie nicht entnommen werden. Aber ich will sie ja nicht in fer gGmbH lassen. Wie kriege ich das verbleibende Geld aus der gGmbH raus? Ich sehe folgende Möglichkeiten:
    - Die Mitarbeiter stellen Rechnungen und versteuern sie dann selbst.
    - Ein Mitarbeiter wird als als Minijobber ansgestellt. (möglich im Fall 1)
    - Ein Mitarbeiter wird Vollzeit angestellt. (möglich im Fall 2)

    Hat bei einer dieser drei Möglichkeiten die gGmbH Vorteile gegenüber anderen Lösungen?

    Danke
    Raphael

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