Anzeige
Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Insolvent bei qualifizierten Nachrangdarlehen - Verlust steuerlich ansetzbar ?

  1. #1
    Junior Member
    Registriert seit
    Jul 2016
    Beiträge
    1

    Insolvent bei qualifizierten Nachrangdarlehen - Verlust steuerlich ansetzbar ?

    Hallo zusammen, ich hätte eine rechtliche Frage zur Insolvenz einer Firma, bei der ich ein qualifiziertes Nachrangdarlehen abgeschlossen habe. Kann der Verlust aus der Insolvenz steuer geltend gemacht werden ? Über Werbungskosten oder über eine Verrechnung mit anderen Einkunftsarten ?
    Besten Dank für eure Hilfe.
    Gruß
    Nasehannes

  2. #2
    Wild Card Member
    Registriert seit
    Jun 2015
    Beiträge
    42
    Ich bin kein Steuerberater, daher kein Rat, sondern Vermutung:
    Insolvenzen kann man nicht absetzen, da i.d.R. keine Wertbescheinigung des Startups vorhanden ist. Kein Geld mehr für Steuerberater und Abschluss.
    Wenn Startupanteile allerdings auf dem Drittmarkt vor der Insolvenz weiterverkauft werden - natürlich mit kräftigem Abschlag - dann kann man m.E. den Verlust zum Kaufpreis absetzen. Aber wenn das Startup platt ist, natürlich nicht.
    Das ist m.E. der Grund dafür, dass Aktien von Pleiteunternehmen noch für 0,01 euro zurückgekauft werden.

  3. #3
    Wild Card Member
    Registriert seit
    Jan 2016
    Beiträge
    80
    Scheint manchmal zu klappen, schau mal hier auf den Erfahrungsbericht:

    http://www.crowdinvesting-forum.de/t...zuschlag/page2

  4. #4
    Wild Card Member
    Registriert seit
    Jun 2015
    Beiträge
    42
    Zitat Zitat von AquaVIP Beitrag anzeigen
    Scheint manchmal zu klappen, schau mal hier auf den Erfahrungsbericht:

    http://www.crowdinvesting-forum.de/t...zuschlag/page2
    Danke für den Link. Das werde ich auch mal versuchen.

  5. #5
    Junior Member
    Registriert seit
    May 2017
    Beiträge
    2
    Zitat Zitat von AquaVIP Beitrag anzeigen
    Scheint manchmal zu klappen, schau mal hier auf den Erfahrungsbericht:

    http://www.crowdinvesting-forum.de/t...zuschlag/page2
    Hallo, ich bin der Neue;

    ich habe mich jetzt auch mit Crowd-Investing (CI) beschäftigt; ungeklärt blieb die Frage, ob bzw. wie man Verluste aus teilweise oder komplett gescheiterten Projekten steuerlich geltend machen kann.

    Über einen Beitrag auf kritische-anleger.de bin ich bei dem verlinkten Thread gelandet, wo ich zum ersten Mal Erfreuliches zu dieser Steuer-Frage fand.

    Was mich interessiert: Woher stammt die verbreitete Ansicht, daß man Verluste aus gescheiterten CI-Projekten nicht steuerlich geltend machen kann?
    Ist sie das Ergebnis vieler negativ verlaufender Versuche? Gibt es dazu Gesetze, Erlasse, o.ä.?
    Oder ist die Grundlage dafür vielleicht lediglich ein "Gerücht", welches von den meisten Anlegern akzeptiert und nicht hinterfragt wurde?

  6. #6
    Junior Member
    Registriert seit
    Apr 2017
    Beiträge
    3
    Hallo Maikel,
    es gibt die Aussage von Companisto wonach gescheiterte CI-Projekte nicht steuerlich gelten gemacht werden können und und der Insolvenzverwalter hierfür auch keine Bescheinigungen ausstellen würde.

    Zitat (Companisto):
    ... die Verlustbescheinigung wird vom bestellten Insolvenzverwalter zwecks steuerlicher Geltendmachung ausgestellt. Als nachrangige Gläubiger haben Sie jedoch keine Möglichkeit, einen Ausfall Ihres Kapitals aus einem Crowdinvestment steuerlich geltend zu machen. Damit entfällt auch der Anspruch auf eine Verlustbescheinigung.

    Kurzum: Normalerweise gibt es immer eine Verlustbescheinigung, nicht aber wenn man mit einem "Nachrangdarlehen" investiert ist, weil man solche Verluste nicht steuerlich gelten machen könne.


    Bei Seedmatch lautet die Aussage abweichend (Quelle: https://www.seedmatch.de/faq )

    Neuverluste dürfen Sie mit Ihren Zinserträgen und anderen Einkünften innerhalb derselben Anlageklasse bei Ihrer Steuererklärung geltend machen. Das betrifft den Bereich der Kapitalertragssteuer. Erträge aus Investmentfonds, stillen Beteiligungen oder aber auch aus partiarischen Nachrangdarlehen gehören bei Privatanlegern zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Diese unterliegen der Kapitalertragssteuer von 25 % nach dem § 7 InvStG.

    Diese Steuerschuld können Sie reduzieren, indem Sie Ihren Zinserträgen auch die Ausfälle Ihrer Investments gegenüberstellen und verrechnen. Sofern die Anlageklasse identisch ist, wird Ihr Verlust vom Finanzamt in aller Regel auch anerkannt. Eine klassische Verlustbescheinigung gibt es in den meisten Fällen nicht. Als Nachweis Ihres Verlustes geben Sie in der Regel das Schreiben des Insolvenzverwalters an, welches besagt, dass nachrangigen Forderungen gemäß § 39 InsO nicht befriedigt werden können oder alternativ den Beschluss bei Abweisung mangels Masse. Ihr Steuerberater hilft Ihnen gerne weiter.
    Geändert von edgar (01.05.2017 um 16:30 Uhr)

  7. #7
    Junior Member
    Registriert seit
    May 2017
    Beiträge
    2
    Edgar, danke für deine Antwort.
    Demnach scheint es ja zumindest noch Klärungsbedarf zu geben.

    Auf meine Anfrage bei kapilendo hieß es kurz, daß Verluste nicht steuerlich geltend gemacht werden können.

    Es wundert mich, daß die Plattformen, außer Seedmatch, das Thema so Anleger-unfreundlich abhandeln.
    Denn wenn Verluste steuerlich geltend gemacht werden können, dann könnte doch der Risiko-Aufschlag beim Zinssatz geringer ausfallen.

    Zum Thema Nachrang-Darlehen: Bei Anleihen, die ja eigentlich nichts anderes sind als Darlehen, hat nachrangig oder nicht keinen Einfluß auf die steuerliche Bewertung von Verlusten.

  8. #8
    Senior Crowd Agent
    Registriert seit
    Apr 2015
    Beiträge
    173
    habe für 2016 die aufgelaufenen Verluste aus dem Crowdinvesting in der Steuererklärung angeführt. Resultat des heute erhaltenen Einkommensssteuerbescheids: Das FA hat den gesamten Betrag akzeptiert. Da ich mehr Verluste hatte, als zu versteuerndes Kapitaleinkommen, habe ich vom FA noch die Feststellung zum Verlustvortrag erhalten, d.h. den Rest kann ich dann dieses Jahr absetzen.

    Fazit: auf jeden Fall die Verluste in der Einkommensssteuererklärung mit aufnehmen. Sind sie nämlich nicht mit aufgeführt, kann man diese auch mit Sicherheit nicht absetzen. Sind sie aufgeführt und werden nicht akzeptiert, würde ich auf jeden Fall Einspruch erheben und mich von einem Steuerberater beraten lassen.

  9. #9
    Senior Crowd Agent
    Registriert seit
    Apr 2015
    Beiträge
    173
    habe für 2016 die aufgelaufenen Verluste aus dem Crowdinvesting in der Steuererklärung angeführt. Resultat des heute erhaltenen Einkommensssteuerbescheids: Das FA hat den gesamten Betrag akzeptiert. Da ich mehr Verluste hatte, als zu versteuerndes Kapitaleinkommen, habe ich vom FA noch die Feststellung zum Verlustvortrag erhalten, d.h. den Rest kann ich dann dieses Jahr absetzen.

    Fazit: auf jeden Fall die Verluste in der Einkommensssteuererklärung mit aufnehmen. Sind sie nämlich nicht mit aufgeführt, kann man diese auch mit Sicherheit nicht absetzen. Sind sie aufgeführt und werden nicht akzeptiert, würde ich auf jeden Fall Einspruch erheben und mich von einem Steuerberater beraten lassen.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Ja
  •