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Thema: Abgeltungssteuersatz und der Solidaritätszuschlag

  1. #11
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    Zitat Zitat von BigJoey Beitrag anzeigen
    Mein Steuerberater hat (trotz eigener Bedenken, ob das anerkannt wird) eine Insolvenz bei Companisto als Verlust in meiner Steuererklärung für 2014 angegeben. Allerdings habe ich den Steuerbescheid noch nicht bekommen und kann daher nicht sagen, ob das beim Finanzamt durchgegangen ist.
    Ich habe nun das Ergebnis vom Finanzamt erhalten. Die Unterlagen, die ich zur Insolvenz meines Companisto-Startups eingereicht hatte (E-Mail des Insolvenzverwalters mit Bescheinigung des vollständigen Verlustes + Beteiligungsvertrag) wurden ohne Probleme anerkannt und unter "Einkünfte aus Kapitalvermögen (ohne Veräußerung von Aktien)" mit den positiven Einkünften verrechnet.

  2. #12
    Senior Crowd Agent Avatar von raelfchen
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    Danke für die Info, sehr hilfreich und gerade passend für 2015.

  3. #13
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    Wo hast Du denn die Verlustbescheinigung her?

  4. #14
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    Zitat Zitat von Kumpf Beitrag anzeigen
    Wo hast Du denn die Verlustbescheinigung her?
    Das war ein Schreiben vom Insolvenzverwalter. In meinem Fall war das jetzt nichts Hochoffizielles, lediglich eine kurze E-Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass meine nachrangigen Forderungen gemäß § 39 InsO nicht befriedigt werden können.
    Falls das Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt werden sollte, gibt es noch die Option, sich auf https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/ den jeweiligen Beschluss des Amtsgerichtes zu besorgen. Der reicht als Nachweis des Totalverlustes auch aus.

  5. #15
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    Ich möchte hier gern meine Erfahrung mit dem Finanzamt schildern nachdem ich in der Steuererklärung 2016 insgesamt fünf Insolvenzen und die damit verbundenen Verluste mit den Kapitalerträgen verrechnet habe.

    Als Nachweise für die Insolvenzen habe ich entweder Bescheinigungen angefügt, die ich von den Insolvenzverwaltern, meist auf Nachfrage, erhalten habe oder die Meldungen über abgeschlossene Insolvenzverfahren zu den jeweiligen Firmen von http://insolvenzbekanntmachungen.de

    Ergebnis:
    1. In meinem Steuerbescheid für 2016 wurde die Verrechnung der Verluste nicht anerkannt.
    2. Ich habe daraufhin Einspruch gegen den Bescheid eingelegt mit der Begründung, dass ich Verluste aus Kapitaleinkünften nach § 20 Abs. 6 Satz 6 EStG für die gescheiterten Investments geltend machen möchte.
    3. Seitens des Finanzamts wurde erklärt, dem Einspruch nicht entsprechen zu können. Wortlaut: "[...] die Verluste aus der Hingabe von Darlehen stellen keine Einkünfte aus Kapitalvermögen dar (Urteil FG Düsseldorf v. 11.03.2015). Da die Beteiligung an den GmbH´s [XYZ] weniger als 1% beträgt, kann auch kein Verlust nach § 17 EStG vorliegen."
    4. Meinen Einspruch begründete ich daraufhin wie folgt: "Bei den vorliegenden Verträgen handelt es sich nicht um die Beteiligung an Kapitalgesellschaften, mit einhergehenden Stimmrechten, sondern partiarische Darlehen. Diese zählen gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG zu Einkünften aus Kapitalvermögen, da sie eine Gewinnbeteiligung (ohne Stimmrechte) an Unternehmen ermöglichen."
    5. Antwort des Finanzamts wiederum: "Ein Forderungsausfall ist keine Veräußerung i.S.d. § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG und kann somit nicht berücksichtigt werden."

    Für mich erscheint es also im Moment eher unrealistisch, die Verluste steuerlich geltend machen zu können. Ich werde mich aber mit Seedmatch und Companisto in Verbindung setzen, um eine Stellungnahme dazu zu erhalten. Immerhin wurde seitens der Plattformen bei Insolvenzen auf die Geltendmachung von Verlusten via Verlustbescheinigung verwiesen, ohne dies weiter zu konkretisieren.

    Wie lief es denn bei Dir, BigJoey?
    Gibt es noch andere Erfahrungswerte hier im Forum zu dem Thema?

  6. #16
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    Ein Blick in die Kommentare folgender Companisto-FAQ scheint auf den ersten Blick zu bestätigen, dass es für Privatpersonen hier keine Optionen gibt:

    [...] Sie haben richtig mitbekommen, dass Verluste aus einem Crowdinvestment aufgrund der gesetzlichen Lage in Deutschland nicht steuerlich geltend gemacht werden können. Diese Informationen beruht auf Auskunft unserer Steuerberatungsgesellschaft und ist unverbindlicher Natur. Für eine verbindliche Auskunft müssen wir Sie an den Steuerberater Ihres Vertrauens verweisen, da wir zur steuerlichen Beratung nicht befugt sind. [...]
    (https://www.companisto.com/de/academ...s-wrapper45283)

  7. #17
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    Weiterhin gab es hier wohl ein Urteil vom FG Düsseldorf zum Thema:

    Der Ausfall einer privaten Darlehensforderung ist nicht als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen
    https://dejure.org/dienste/vernetzun...%20K%203661/14

  8. #18
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    Schade; im Thread http://www.crowdinvesting-forum.de/t...lich-ansetzbar war zuletzt Anderes zu lesen.

    Plattformen wie Companisto machen es sich mit der lapidaren Auskunft mMn zu einfach. Sie sollten Konstruktionen finden, mit denen wir ggf. Verluste eindeutig geltend machen können.
    Dann könnte der Risiko-Aufschlag beim Zinssatz entsprechend geringer ausfallen.

  9. #19
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    Danke für den Hinweis auf den anderen Thread, Maikel!

    Antwort von Companisto auf meine Anfrage:
    Scheinbar gibt es hier bei einzelnen Finanzämtern oder Sachbearbeitern verschiedene Auslegungen. Wir haben auch schon von Investoren erfahren, dass sie einfach die Auskünfte über Verluste, welche durch uns ausgestellt werden und keine offiziellen Dokumente sind, der Steuererklärung beigefügt haben und diese verrechnet wurden. Da wir jedoch keine Steuerberatung sind, können wir Ihnen leider keine Ratschläge geben, wie sie die Verluste geltend machen können.

  10. #20
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    Hi allerseits, habe mich gerade neu angemeldet, um mich diesem Thema anzuschließen.
    Wäre es nicht eine Möglichkeit die Anteile kurz vor der Insolvenz z.b. oder auch danach ( rein theoretisch weiß man ja noch nicht, Obst nicht doch etwas Masse gibt) für einen kleinen Betrag zu verkaufen. Hätte man dann einen Verlust im steuerlichen Sinne?

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