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Thema: Seedmatch-Verträge - warum der Investor beim nächsten Facebook womöglich leer ausgeht

  1. #1
    Distinguished Crowd Agent
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    Seedmatch-Verträge - warum der Investor beim nächsten Facebook womöglich leer ausgeht

    Ich gebe zu: das nächste Facebook wird man bei Seedmatch wohl nicht erwischen, doch Start-ups mit Potential sind allemal darunter. Die große Frage ist jedoch, inwieweit die Investoren profitieren, wenn der Vertrag nicht durch einen Exit endet, sondern durch eine Kündigung des Start-ups nach Ende der Vertragslaufzeit. Um das zu verdeutlichen: Start-up X ist zum Zeitpunkt des Fundings mit 1 Mio. € post-money bewertet, macht bei einem 1000€ Investment einen Anteil von 0,1%.
    Das Start-up generiert so gut wie keine Umsätze und fährt jedes Jahr schön Verluste ein, aber: es hat ein tolles Produkt, das enormes Zukunftspotential hat. Investoren kommen in schöner Regelmäßigkeit und schütten das Start-up bei immer höheren Bewertungen mit Geld zu. Die Bewertung steigt auf 120 Mio. €, es wurden 30 Mio. investiert, durch Verwässerung sinkt der Anteil von 0,1% auf 0,075%. Das wäre ein rechnerischer Anteilswert von immerhin noch 90.000€. Jetzt kommt es zur Kündigung durch das Start-up, d.h. der Bonuszins bei Kündigung errechnet sich nach einem Ebit-Multiple (7,5) bzw. Umsatzmultiple (1), je nachdem, welcher höher ist. Leider macht das Start-up immer noch Verlust (Ebit-Multiple scheidet aus) und nur schlappe 1,5 Mio. € Umsatz. D.h. Insgesamt erhält der Investor jetzt 0,075%*1,5 Mio. =1.125€ zurück, d.h. nach 7 Jahren wären das 125€ Bonuszins!!!! Das Start-up lacht sich krank, hätte man doch bei einem Exit zu 120 Mio. € immerhin 90.000€ an den Investor überweisen müssen.

    D.h. bei den Firmen, die wirklich groß werden und deren Unternehmenswert dem Umsatz bzw. EBIT meilenweit vorauseilt, muss sich der Investor dann bei Kündigung durch das Start-up mit einer lächerlichen Rendite zufrieden geben. Und damit noch all die Verluste aus Investitionen in andere Start-ups ausgleichen. Das ist das große Manko. Natürlich kann Start-up xy in so einem Fall den Vertrag weiterlaufen lassen, doch insofern die Firma keinen Exit hinlegt, ist die Gefahr billig abgespeist zu werden, doch enorm.

    @Seedmatch: nehmt Euch ein Beispiel an Seedrs (Equity) bzw. auch an Companisto (Lifetime-Verträge). Eure Verträge werden dazu führen, dass das richtig große Ding auf Eurer Plattform den Investoren eine marginale Rendite liefern wird. Und spätestens dann wird niemand mehr bei Euch investieren.

  2. #2
    Wild Card Member
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    49
    Warum erst dann?
    Die meisten "alten Hasen" sind doch schon ausgestiegen.
    Es gab einfach schon zu viele Geschäftsführer-Tricks um die Crowd beim Gewinn auszutricksen.

  3. #3
    Wild Card Member
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    Warum erst dann?
    Die meisten "alten Hasen" sind doch schon ausgestiegen.
    Es gab einfach schon zu viele Geschäftsführer-Tricks um die Crowd beim Gewinn auszutricksen.

  4. #4
    Junior Member
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    2
    Hi Langren,
    Gute Analyse. Wir Crowdinvestoren haben das doppelte Risiko: Erstens das Scheitern des Startups, zweitens bei der Verteilung der Wertzuwächse ausgetrickst zu werden. Du hast schon Recht, dass es Aufgabe der Crowd-Plattformen ist, bessere Verträge zu machen, oder eben echtes Eigenkapital anzubieten (in Deutschland leider derzeit rechtlich nicht möglich).

  5. #5
    Junior Member
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    Hi Langren,
    Gute Analyse. Wir Crowdinvestoren haben das doppelte Risiko: Erstens das Scheitern des Startups, zweitens bei der Verteilung der Wertzuwächse ausgetrickst zu werden. Du hast schon Recht, dass es Aufgabe der Crowd-Plattformen ist, bessere Verträge zu machen, oder eben echtes Eigenkapital anzubieten (in Deutschland leider derzeit rechtlich nicht möglich).

  6. #6
    Wild Card Member
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    83
    Hallo Langren,
    die Rechnung stimmt sicher. Aber die Annahme halte ich persönlich für unrealistisch: Wer würde in ein Startup mit 1,5 Mio. Umsatz 30 Mio investieren und es mit 120 Mio bewerten? Ich gehe davon aus, dass bei einer so hohen Bewertung auch ein deutlich höherer Umsatz vorliegen würde (nicht unbedingt Gewinn). Und dann müsste man neu rechnen.
    Richtig bleibt trotz allem: Die Seedmatch-Verträge sind für die Crowd nicht immer von Vorteil.

  7. #7
    Wild Card Member
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    Hallo Langren,
    die Rechnung stimmt sicher. Aber die Annahme halte ich persönlich für unrealistisch: Wer würde in ein Startup mit 1,5 Mio. Umsatz 30 Mio investieren und es mit 120 Mio bewerten? Ich gehe davon aus, dass bei einer so hohen Bewertung auch ein deutlich höherer Umsatz vorliegen würde (nicht unbedingt Gewinn). Und dann müsste man neu rechnen.
    Richtig bleibt trotz allem: Die Seedmatch-Verträge sind für die Crowd nicht immer von Vorteil.

  8. #8
    Distinguished Crowd Agent
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    das Beispiel basiert auf einem aktuellen Fall, nur die genannte Bewertung ist um ca. 20% zu hoch angesetzt. Wie er ausgeht bleibt abzuwarten...

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